Angst-beim-Reiten-Blog

Tabuthema: ANGST vor seinem Pferd und dem Reiten – Teil 2

In diesem Beitrag befasst sich die liebe Gastbloggerin Alexandra Pötscher mit dem Thema „Angst vor dem Reiten und vor dem Pferd“. Dieser Artikel ist der zweite Teil dieser Serie.


Das Ziel von diesem Kapitel ist es, dass Du Dir Deiner Angst bewusstwirst. Oft trauen wir uns nicht näher mit der Frage: „Wovor habe ich eigentlich Angst?“ zu beschäftigen bzw. auseinanderzusetzen, denn das könnte noch weitere unangenehme Gefühle hervorrufen.
Um deine Angst konsequent anzugehen und damit umgehen zu lernen, musst Du genau beschreiben können, wie Deine Angst eigentlich aussieht, wie es sich anfühlt und konkretisieren.

Meist bemerkt man dann, dass einige Ängste irrational sind und sie werden gleich weniger beängstigend – oder man erkennt, dass es bei realistischen Ängsten durchaus Möglichkeiten gibt, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

BESTANDSAUFNAHME: Wie äußert sich Deine Angst?

  • Was sind die drei – vier wichtigsten Symptome, die Du spürst, wenn Du Angst hast?
  • Welche Gedanken gehen Dir durch den Kopf?
  • Was spürst Du körperlich?
  • Wie handelst Du?
  • Wie fühlst Du Dich?
  • In welchen Situationen mit Deinem Pferd fühlst Du Dich ängstlich

Anbei 4 Tabellen welche Dir helfen, Deine Angst etwas besser zu analysieren! Fülle sie aus, mit dem aktuellen Datum und hebe sie auf! In den kommenden Wochen/Monaten überprüfen wir, wie sich Deine Angst verändert!

Körperliche Symptome Angst (Bewerte bitte bei einer Skala von 1-10, wo 1 gar nicht ist und 10 extreme, die Intensität):

SYMPTOMEBEWERTUNG
Mein Herz schlägt schneller 
Flaues Gefühl im Magen 
Ich muss häufiger auf die Toilette 
Hände beginnen zu schwitzen 
Mein Körper verspannt sich 
Du fühlst Dich zittrig und kraftlos 
Du wirkst wie erstarrt und bewegungsunfähig 
Die Atmung wird flach und schnell 
Du hast das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen 
Heißhunger auf Süßes oder Dir vergeht der Appetit 

Emotionale Symptome Angst (Bewerte bitte bei einer Skala von 1-10, wo 1 gar nicht 10 extreme wäre, die Intensität)

SYMPTOMEBEWERTUNG
Ich werde aggressiv und lasse meine Unsicherheit am Pferd aus (schlage/bestrafe es) 
Ich beginne zu weinen 
Ich beginne zu lachen, um von meiner Angst abzulenken 
Ich fühle mich unsicher 
Ich habe Angst vor Verletzungen 
Ich fühle mich wie ein Versager – werde dem Pferd nicht gerecht, was sagen die anderen 
Ich bin frustriert – Du hast das Gefühl nicht weiterzukommen 
Ich bin wütend – auf mich selbst 
Ich bin wütend – auf das Pferd 
Ich bin wütend auf die Gesamtsituation, da man das Gefühl hat die Kontrolle zu verlieren 

Bitte bewerte ehrlich und für Dich selbst! Es nutzt Dir und Deinem Pferd nichts, wenn Du Dich bei Deinen eigenen Analysen belügst oder beschönigst!

Bitte im Vorfeld darüber nachdenken ob Deine Angst, charakterbedingt ist oder situationsbedingt bzw. ob Du an irgendwelchen Phobien oder krankhaften Angstzuständen leidest (letzteres gehört professionell behandelt)
Angst ist eine natürliche Reaktion die jeder Mensch hat, jedoch geht jeder Mensch damit unterschiedlich um.
Da gibt es die eher ängstlichen Menschen, die sich weniger zutrauen und kaum bis keine Risiken eingehen und dann gibt es die eher „Tollkühnen“, für den jegliche Art von Angst eine Herausforderung darstellt und sich durch kaum etwas aufhalten lassen.

Aber selbst jemand, der von Natur aus, kaum Angst empfindet, kann doch unter bestimmten Bedingungen unter Angstausbrüchen leiden. Dies nennt man dann „situationsbezogene Angstzustände“. Welche Situation, welche Angst hervorruft, ist natürlich auch bei jedem unterschiedlich – auch hier gilt, sich den Situationen bewusstwerden, welche einem Angst bereiten.

MERKE à Angst und Aggressivität liegen sehr dicht beieinander. Der natürliche Schutzinstinkt eines jeden Lebewesens verlangt Flucht oder Kampf. Wenn aber Flucht nicht möglich ist, werden wir aggressiv – aggressiv auf das Pferd mit Gerte und Handeinwirkung.

Wie ängstlich bin ich – im normalen Leben im Reiterleben?

Ängstlichkeit im normalen Leben
(bitte mache in dem Kästchen Dein Kreuz wo Du Dich wiederfindest)

  sehr ängstlichIch empfinde in ungewohnten oder neuen Situationen immer erst einmal Angst und so gut wie nie Zuversicht 
ängstlichIch empfinde in den meisten Situationen erst einmal Angst. Ab und zu fühle ich mich bei Neuem zuversichtlich. 
  neutralManchmal habe ich vor Neuem und Ungewohnten Angst, aber manchmal bin ich auch richtig wagemutig und stürze mich kopfüber in ein neues Abenteuer. 
  kaum ängstlichIch empfinde in den meisten neuen oder ungewohnten Situationen keine Angst. Nur wenn ich etwas als sehr stressvoll empfinde, kriege ich auch mal Angst. 
  nicht ängstlichIch weiß eigentlich gar nicht so recht, was Angst ist und verstehe Menschen nicht, die vor allem Angst haben. 

Ängstlichkeit im Reiterleben
(bitte mache in dem Kästchen Dein Kreuz wo Du Dich wiederfindest)

 
sehr ängstlich
Ein fremdes Pferd oder eine neue Aufgabe machen mir grundsätzlich Angst. Oft fürchte ich mich so sehr, dass ich die Aufgabe nicht zu Ende bringe oder gar nicht erst damit beginne. 
  ängstlichWenn ich mit einem neuen Pferd oder neuen Aufgaben konfrontiert werde, empfinde ich meistens Angst. Nur wenn ich einem Pferd sehr vertraue, oder ähnliche Situationen bereits mehrmals gemeistert habe, bin ich nicht so furchtsam. 
  neutralManchmal habe ich vor neuen und/oder ungewohnten Pferden oder Aufgaben Angst, aber häufig bin ich auch sehr zuversichtlich und vertraue darauf, dass ich Ähnliches schon einmal gemacht habe. 
  kaum ängstlichIch habe eigentlich selten Angst, wenn es darum geht, ein neues Pferd zu reiten, oder neue Anforderungen zu meistern. Nur wenn ich früher schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht habe, oder einem Pferd gar nicht traue, kriege ich Angst. 
  nicht ängstlichIch weiß eigentlich gar nicht so recht, was Angst ist und steige ohne nachzudenken auf ein neues Pferd und stelle mich einer neuen Anforderung mit Freude. 

Wozu analysieren und sich damit auseinandersetzen?

Um mit den eigenen Ängsten umgehen zu lernen, ist es wichtig, sich erst bewusst zu werden, welche Situationen eigentlich Ängste auslösen, woher kommt meine Angst?
Wenn sich die Angst in Zukunft mit körperlichen Symptomen ankündigt, kannst Du eher eingreifen und etwas dagegen tun, bevor es zu spät ist und die Angst eskaliert. Das lernt Ihr bei mir Step-by-Step!

Der Ursprung der Angst
Um den eigentlich Grund Deiner Angst auf die Spur zu kommen und genauer zu erkunden, ob Deine Ängste real oder eher unwahrscheinlich sind, versuche einmal die folgenden Fragen für Dich zu beantworten:

  • Zu welchem Zeitpunkt hast Du zum ersten Mal die Angst, die Dich jetzt so sehr beschäftigt, empfunden?
  • Was genau ist damals passiert?
  • Wovor hattest Du genau Angst (hattest Du z.B. Angst Dich zu verletzen, oder Angst die Kontrolle zu verlieren oder Angst, dass Deinem Pferd was passiert oder Angst davor, dass andere sich über Dich lustig machen?)
  • Überlege einmal, warum die Angst gerade jetzt so verstärkt auftritt?
    (hast Du im Moment viel Verantwortung und kannst es dir nicht leisten Dich zu verletzen und länger auszufallen?
    Ist es Dir im normalen Leben auch wichtig, nie die Kontrolle zu verlieren und alles muss nach Plan laufen?
    Hast Du schon länger einen Mangel an Selbstbewusstsein und nimmst die Meinungen anderer über Dich sehr ernst oder kränken Dich?)
  • Überlege einmal ob sich Deine Angst wirklich nur auf Dein Pferd und das Reiten bezieht, oder sich dahinter ganz andere Gründe verbergen.
  • Was hat sich verändert oder hattest Du früher genau so viel Angst vor denselben Situationen, welche Dir jetzt Herzklopfen bescheren?

Je nachdem, wie ehrlich Du alle Fragen beantwortest und Dich mit Deiner Angst auseinandersetzt, umso eher wirst Du dem Ursprung Deiner Anagst einen Schritt nähe kommen. Das bedeutet gleichzeitig, dass Du der Angst schon ein kleines Stück ihrer Macht genommen hast.

In diesem Kapitel hast Du gelernt Dich besser einzuschätzen, Deine eigenen Symptome wahrgenommen und angefangen über Deine Angst und deren Ursachen nachzudenken.

Falls Du Dir alleine mit der Analyse schwertust, kannst Du gerne mit einer Fachärztin oder Therapeuten Deines Vertrauens darüber sprechen, oder Du kannst es mir gerne fotografieren und via what´s app oder Facebook Messenger schicken und wir gehen es gemeinsam durch, damit Du bereit bist für meine Fortsetzung.

Wie du damit umgehst bzw. wie Du es angehst, liest Du in Teil 3 am 3.3.2020!

Eure Alexandra

Vielen Dank für deinen Beitrag, liebe Alexandra!

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

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1 Kommentar

Bine

2 Monaten ago

Wahnsinn, vielen lieben Dank! Mir hilft das so weiter und bin so dankbar über diesen Blog! Viele AHA-Erlebnisse und Erkenntnisse beim Lesen! DANKE

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