Kaltblut Blogbeitrag

Kaltes Blut, warmes Herz – Das Kaltblut

In diesem Beitrag stellt die Gastbloggerin Tabea uns das Kaltblut vor. Von der Geschichte des Kaltbluts, über seine Entwicklung, bis hin zu seinen Besonderheiten.

Lernt mehr übers Kaltblut und, warum es so liebenswert sein kann!

Viel Spaß beim Lesen! 😉

Kaltblüter wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Arbeitspferde in Industrie und Landwirtschaft eingesetzt. Inzwischen wurden die Kaltblüter in fast allen Bereichen durch Maschinen ersetzt.
Am meisten kommen die Kalten noch in der Forstwirtschaft beim Holzrücken zum Einsatz.
Es werden sogar in manchen Regionen wieder Kurse für das Holzrücken mit Pferd angeboten.

Aber gehen wir erstmal auf den Körperbau eines Kaltbluts ein
„Auffällig“ von oben bis unten, kann man wohl da nur sagen.

Angefangen bei einem sehr großen Kopf, welcher auch meist eine Ramsnase aufweist. Überwiegend ist der große Kopf auf einem kurzen und kräftigen Hals aufgesetzt, gefolgt von einem kurzen Rücken und einer muskulösen Kruppe, welche gespalten ist.

Und auch bei den Hufen geht es in XXL weiter. Die meisten Kaltblüter haben sehr große und oft auch flache Hufe. Zu den großen Hufen kommt bei einigen Rassen noch der charakteristische Fesselbehang, welcher als Schutz dient.
Trotzdem gibt es bei den vielen Rassen immer wieder auch “Sportversionen”. Sie sind aus einer anderen und meist neueren Zuchtlinie.

Es gibt zum Beispiel beim Shire Horse auch zwei “Varianten”. Einmal das Shire vom alten Schlag, welches sich durch einen kurzen Rücken und Hals, muskulösem Körper und dicke bzw. stabile Knochen und Gelenken auszeichnet.
Und dann noch die “schlanke Variante”. Diese hat einen längeren Rücken, etwas dünnere Knochen, ist nicht so massig, aber dafür meist groß gebaut. Eben optisch athletischer.

Oft wird von der Erscheinung auf den Charakter des Pferdes geschlossen. So wird ihnen manchmal unterstellt faul zu sein. Allerdings heißt es trotzdem, sie seien schwer händelbar.
Das Vorurteil bezüglich schlecht händelbar beruht auf ihrer Größe und Masse. Leider ist es häufig so, dass die Kraft eines Kaltis unterschätzt wird und kleine Rempler als lustiges Spiel abgetan werden. Aber dazu später mehr…

Das KALTBLUT

Der Oberbegriff “KALTBLUT” beruht auf der Beschreibung des Charakters der Pferde. Die Kühle und die Ruhe die sie ausstrahlen, zusammen mit ihrer Gutmütigkeit und Gelehrigkeit. Damals hätte sich ein nervöses und schreckhaftes Pferd nicht für die Arbeit geeignet. Es wurden Pferde mit den besten Eigenschaften immer wieder miteinander gekreuzt, woraus letzten Endes dann ganz viele verschiedene neue Rassen entstanden. Dennoch ist der Gesamtbestand der Kaltblüter sehr zurück gegangen. Einige Rassen sind sogar gefährdet.

Neben dem Aspekt, dass sie mit ihrer Masse auch Kraft mitbrachten, wurden sie als Fleischlieferanten genutzt. Und das bis heute. Immer wieder sieht man Kaltblüter in Gruppen der Schlachtpferderettung.

Meist werden sie Heutzutage jedoch als Reit- und Fahrpferd genutzt. Zum Teil auch als Showpferd, wie z.B. das Shire Horse oder Clydesdale. Sie werden auch gerne u.a. für Werbezwecke vor Brauereiwagen oder Planwagenfahrten in Tourismusorten genutzt.

Aber zuletzt wurde es zum vielseitigen Freizeitpferd. Das Kaltblut wandelte sich also vom Ackergaul zum Viereckakrobat oder auch kleinem „Stangenschubser“. Einige Rassen sind tatsächlich so sportlich, dass sie kleine Sprünge meistern können. Jedoch ist dies auf Grund des hohen Körpergewichts und der heftigen Belastung der Gelenke nicht empfehlenswert.
Auch für eine schwere Dressur ist ein Kaltblut nicht wirklich geeignet. Klar gibt es immer wieder Kaltis, die Spaß daran haben und sich dafür eignen. Ausnahmen gibt es schließlich immer. Aber auf Dauer ist es sicherlich auch nicht so gesund.
Die meisten sind als gut gymnastiziertes Freizeitpferd zufrieden, welches am liebsten seine Zeit mit fressen verbringt. Oder sich von oben bis unten verwöhnen lässt.

Ich hatte ja bereits kurzfristig den Charakter der Kalten angesprochen und die damit verbundenen Vorurteile. Erziehung ist bei jedem Pferd das A und O. Jedoch bei den Kaltblütern ist das alles noch dringender notwendig. Allein das vernünftig am Strick gehen muss sitzen. Hufe geben, sich vernünftig auf halftern lassen, stehen bleiben auf Kommando… Mit einem Kaltblut werden die normalen Probleme nun mal auch direkt proportional größer, wenn die Grundlagen nicht sitzen.

Dazu kommt noch, dass sich die Unterbringung eines Kaltbluts auch oft schwer gestaltet. Viele Höfe sind nicht bereit eins aufzunehmen. Und wenn sie sagen, dass sie es machen, kennen sie sich meist gar nicht mit diesem Typ Pferd aus. Und meist liegt das Problem dann auch in der Fütterung.

Großes dickes Pferd = braucht viel Hafer/Pellets… NEIN! – Viel Heu!

Das mit dem massenhaften Kraftfutter stimmt nicht. Viel Raufutter, ggf. ein bisschen Kraftfutter und bei Bedarf noch ein wenig Mineralfutter. Und natürlich gerne auch mal ein Möhrchen.

Fazit zum Thema Kaltblut:

Tolle Tiere! – Aber…
Man sollte sich definitiv vorher genau über die gewünschte Rasse informieren, wie bei jedem anderen Pferd auch. Ein Kaltblut ist auch nicht damit zufrieden nur doof auf der Weide zu stehen. Auch diese Tiere kommen bei Langerweile auf die blödesten Ideen.
Ebenfalls ist ein wichtiger Aspekt vor dem Kauf zu beachten, nämlich die Unterbringung des Tieres. Und auch die optimale Futterversorgung.
Wenn man sich darüber wirklich Gedanken gemacht hat und sich im Klaren ist, was da auf einen zu kommt, dann ist man bereit für eine Extraportion Pferd.
Wie bereits gesagt sind sie tolle Freizeitpartner und man kann fast alles mit ihnen machen.

Liebe Grüße

Eure Tabea ?


Vielen Dank für deinen Beitrag, liebe Tabea!

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